Gemälde so bunt wie das Leben

Als Thomas Schmelter mit seinem Elektrorollstuhl in den Besprechungsraum des Integrations- und Beratungszentrums Paderborn/Höxter (IBZ) fährt, ist die positive Ausstrahlung, die Offenheit dieses Mannes mit Händen zu greifen.

An den Wänden fallen die leuchtenden Bilder auf, die allein durch ihre Farbintensität und die geschickten Kontraste einen nachdenklichen, aber wackeren Optimismus versprühen. „Das Leben ist manchmal grau genug, darum sind meine Bilder immer farbenfroh“, betont Schmelter, der aufgrund einer sehr seltenen neuro-muskulären Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Angefangen hat er vor zwei Jahren mit Bleistiftzeichnungen, später ist er zu Stiften mit Acrylfarbe und wasserlöslicher Tinte, auch Marker genannt, übergegangen. Künstlerisch einer Stilrichtung zuordnen möchte er sich nicht, vielmehr habe sein Werk „von allem etwas“. „In der Schule war ich immer schlecht in Kunst“, sagt er mit einem Lächeln, als er anlässlich der Ausstellungseröffnung zu den Mitarbeitern der IBZ gGmbH spricht. Nie habe er kreativ das machen dürfen, was er eigentlich wollte, die Vorgaben seien immer restriktiv gewesen. Heute ist das anders. Schmelter lässt seinem Ideenreichtum, seiner Kreativität freien Lauf. Manchmal ist er so in seine Arbeit vertieft, dass er die Zeit vergisst und seinen Schmerzen entfliehen kann. Zweifelsohne: Kunst ist Leidenschaft für ihn. Seine Werke sind bemerkenswert vielfältig, auch wenn es stetig wiederkehrende, auffallende Motive gibt, wie etwa Kirchen, die aus einem dichten Häusermeer hervorstechen. Aber auch Tiere gehören zum Repertoire. Zwei Bilder zeigen riesige Elefanten aus verschiedenen Perspektiven. Die Settings wirken vertraut und einfach, jeder scheint sie zu kennen und dennoch zeigen sie eine Kunst, die alles andere als alltäglich ist.

Die Mitarbeiter der IBZ haben indes über ihr Lieblingswerk schon vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung entschieden. Es ist „The Ghost“, ein Gemälde, das einen Fischschwarm zeigt, wobei ein einziger, kleiner Fisch am rechten Bildrand verglichen mit den anderen fast durchsichtig erscheint. Diesem etwas „geisterhaft“ wirkenden Fisch verdankt das Gemälde seinen Namen.

Thomas Schmelter, so sagt er selbst, ist immer dann glücklich, wenn er anderen Menschen mit seiner Kunst eine Freude machen kann. Ganz ohne Zweifel ist ihm das heute gelungen. Seine Werke wirken in der Büroetage der IBZ gGmbH, als ob sie seit Ewigkeiten dort hängen würden – zur Freude von IBZ-Geschäftsführer Dietmar Esken, der rund um die Vernissage ein gemütliches Kuchenessen organisiert hatte und sich sichtlich über den Austausch mit dem Künstler freute.

 

(von links: Natalie Tack, Dietmar Esken (IBZ), Thomas Schmelter, Nadine Puls(IBZ))

Weitere Informationen zu Thomas Schmelter und seinen Werken finden Sie unter www.schmelter-farbenfroh.de

Bild & Text Sascha Dederichs